Studien

Studie zur Behandlung des Post-Polio-Syndroms mit intravenösen Immunglobulinen

In der neuromuskulären Ambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover startet jetzt Stufe 2 einer internationale klinische Studie (FORCE) zur Therapie des Post-Polio-Syndroms (PPS) mit intravenösen Immunglobulinen (Flebogamma DIF).
Seit 2015 wird die Studie in den USA, Kanada und Europa durchgeführt; weitere deutsche Zentren sind die neurologischen Universitätskliniken Jena (Dr. Grosskreutz) und Münster (Dr. Boentert) sowie das Polio-Zentrum des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur (Herr Fröhling / Dr. Ruetz).

Es gibt heutzutage keine Heilung für PPS. Physiotherapie oder Rehabilitation sind die gängigen Behandlungen und es gibt Medikamente, die die Symptome wie Müdigkeit und Schmerz lindern. Allerdings ist keines dieser Medikamente zur ausschließlichen Behandlung von PPS anerkannt. Basierend auf grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen über die Rolle von Entzündungsvorgängen bei der Entstehung und dem Fortschreiten des Post-Polio-Syndroms sowie auf positiven Ergebnissen aus vorhergehenden klinischen Studien, möchte das FORCE Studienteam herausfinden, ob eine monatliche Infusion von Immunglobulinen über einen Zeitraum von 12 Monaten, jeweils an 2 aufeinanderfolgenden Tagen, eine positive Wirkung auf Muskelkraft, Schmerzen und Müdigkeit hat. Die Studiendauer beträgt 18 Monate, davon 52 Wochen mit Infusionsbehandlung und 24 Wochen Nachbetreuung (via Telefon und persönlichen Besuchen im Krankenhaus). In Hannover finden die Infusionen sowie begleitenden Untersuchungen (neurologische Untersuchung, verschiedene Muskeltests, Blutuntersuchungen) im Clinical Research Center (CRC), dem Forschungszentrum für Klinische Studien der Medizinischen Hochschule, statt, wo die Patienten in der Nacht zwischen den beiden Infusionstagen auch übernachten. In Jena, Koblenz und Münster finden die Untersuchungen in der neurologischen Abteilung des jeweiligen Krankenhauses statt.

Teilnehmen können Patienten diagnostiziert mit Post Polio-Syndrom im Altern von 18–75 Jahren, die, ggf. mit Unterstützung einer Gehhilfe, während 2 Minuten mindestens 50 Meter am Stück gehen können und keine schweren Begleiterkrankungen haben.

Bei Interesse melden Sie sich bitte in den teilnehmenden Krankenhäusern in Hannover, Jena, Koblenz oder Münster. Das jeweilige Studienteam wird Ihnen gerne alle Fragen beantworten.

Kontakt Hannover

Prof. Dr. med. Susanne Petri
Geschäftsführende Oberärztin
Leiterin der Spezialambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg.Str. 1, 30625 Hannover, Tel: 0511-532 3740
E-Mail: Petri.Susanne@MH-Hannover.de
Studienkoordinatorin: Chantal Fischer
Tel.: 0511-532 8333
E-Mail: Fischer.Chantal@MH-Hannover.de

Kontakt Jena

Priv.-Doz. Dr. med. Julian Grosskreutz
Oberarzt
Leiter der Neuromuskulären und ALS-Ambulanz
Universitätsklinikum Jena Klinik für Neurologie
Erlanger Allee 101, 07747 Jena
Studienkoordination: Mandy Arnold
Tel: 03641-9323 488, Fax: 03641-9323 477
E-Mail: ALS-NEURO@med.uni-jena.de

Kontakt Koblenz

Klaus-Peter Fröhling
Dr. med. Axel Ruetz
Chefarzt der Klinik für Konservative Orthopädie, Leitung des Polio-Zentrums
Katholisches Klinikum Koblenz-Montabaur
Klinik für Konservative Orthopädie & Poliozentrum
Kardinal-Krementz-Str. 1–5, 56073 Koblenz
Studienkoordination: Bärbel Heger
Tel: 0261-496 6207, Fax: 0261-469 6528
E-Mail: B.Heger@kk-km.de

Kontakt Münster

PD Dr. med. Matthias Boentert
Direktor der Klinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen Universitätsklinikum Münster Department für Neurologie
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A1, 48149 Münster
Studienkoordination: Kerstin Kemmann
Tel: 0251-834 4985, Fax: 0251-834 4455
E-Mail: Kerstin.Kemmann@ukmuenster.de